Sehen im Alter

Viele Augenkrankheiten wie die altersbedingte Makula-Degeneration, das Glaukom und die diabetische Retinopathie sind Alterserkrankungen. Sie treffen vorrangig Menschen in der zweiten Lebenshälfte bzw. im besten Rentenalter, die z.B. beim Lesen bemerken, dass „etwas nicht stimmt“. Trotz medizinischer Fortschritte müssen viele der Betroffenen mit einer nachlassenden Sehkraft und damit zusammenhängenden Einschränkungen der Lebensqualität und der Selbstständigkeit leben und sich im fortgeschrittenen Alter an erschwerte Lebensbedingungen anpassen. Hinzu kommt: Ein schlechtes Sehvermögen trifft bei älteren Menschen oft auf weitere gesundheitliche Probleme, familiäre Umbrüche und andere, einschneidende Veränderungen.

Mit der Diagnose einer Augenkrankheit und der notwendigen Behandlung ist es deshalb nicht getan: Vor allem ältere Patienten, die mit einem Sehverlust konfrontiert sind, aber auch ihre Angehörigen brauchen Information, Beratung und Unterstützung, um mit der Situation umgehen zu können. Vielerorts gibt es noch Lücken: Es fehlen Angebote zur Rehabilitation und psychosozialen Unterstützung.

Politik, Medizin und Gesellschaft stehen hier gleichermaßen in der Pflicht, um die Bedürfnisse älterer Menschen mit einer Sehbehinderung angemessen zu berücksichtigen und eine bessere Versorgung zu gewährleisten. Denn mit der steigenden Lebenserwartung nehmen auch altersbedingte Augenkrankheiten zu. Bis zum Jahr 2030 wird ein Anstieg um 20 bis 30 Prozent prognostiziert.

Große Hoffnung wird in neue Therapiemöglichkeiten gesetzt. Viel wurde schon erreicht: So war bis in die 70er Jahre der Graue Star die häufigste Ursache von schwerer Sehbehinderung im Alter. Durch den Einsatz einer künstlichen Linse kann das Sehvermögen heute wieder vollständig hergestellt werden. Auch bei anderen Augenerkrankungen gibt es Fortschritte und die Erkrankung kann zumindest verzögert werden.

Hilfe und Unterstützung

Selbsthilfegruppen können bei der Bewältigung einer Sehbehinderung eine wichtige Hilfe sein. Gemeinsam mit Augenoptikern, Rehabilitationslehrern und Beratungsstellen geben sie Antworten auf Fragen nach finanziellem Ausgleich, fördern den Austausch mit Menschen in ähnlicher Lage, vermitteln bei Bedarf psychologische Unterstützung und geben ganz praktische Tipps für das tägliche Leben – z.B. für die Gestaltung des Wohnumfelds oder den Umgang mit Sehhilfen. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf!