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Corona-Krise: Aktion Mensch startet 20 Millionen Euro-Soforthilfeprogramm

Assistenz für Menschen mit Behinderung sichern und Lebensmittelhilfen aufrechterhalten

  • Aktuell sind viele Menschen durch die Corona-Pandemie in ihrem Lebensalltag besonders bedroht 
  • Aktion Mensch stellt Corona-Soforthilfeprogramm in Höhe von 20 Millionen Euro zur Verfügung
  • Ziel: Schnelle und unbürokratische Unterstützung für Menschen mit Behinderung und Menschen in sozialen Schwierigkeiten
  • Im Mittelpunkt stehen die Bereiche “Assistenz und Begleitung” sowie “Lebensmittelversorgung” 


Bonn (25. März 2020)Die Aktion Mensch legt anlässlich der aktuellen Corona-Krise ein Soforthilfeprogramm in Höhe von 20 Millionen Euro auf. Hintergrund ist die akute Notlage von Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen Situation besonders durch die Pandemie bedroht sind und Unterstützung benötigen: Dazu gehören Menschen mit Behinderung, deren Assistenzkräfte ausfallen, aber auch sozial schlechter gestellte Menschen, die durch die zunehmende Schließung von Tafeln oder anderen Einrichtungen nicht mehr mit Lebensmitteln versorgt werden können. 

Schnelle Hilfe für Menschen mit Unterstützungsbedarf

Die Aktion Mensch wird hier schnell und unbürokratisch helfen und unterstützt mit ihrem Corona-Soforthilfeprogramm Organisationen und Vereine, die sich um die akuten Problemfelder „Assistenz und Begleitung“ sowie „Lebensmittelversorgung” kümmern. „Mit der Soforthilfe in Höhe von 20 Millionen Euro wollen wir in dieser Notlage einen Beitrag zugunsten der Menschen leisten, die besonders betroffen sind. Dringend notwendige Unterstützung durch Assistenz und Lebensmittelhilfen soll auch in der Corona-Krise gesichert bleiben. Hier sehen wir uns als größte private Förderorganisation in Deutschland in der Verantwortung, so Armin v. Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch. 

Unterstützung ambulanter Dienste

Assistenzdienste stehen durch die Coronavirus-Pandemie vor großen Herausforderungen. „Menschen mit Behinderung geraten zunehmend in schwierige Situationen, wenn ihre Assistent*innen ausfallen, nicht eingesetzt werden können, aus dem Urlaub nicht wie geplant zurückkommen können oder erst einmal in Quarantäne müssen. Gerade in einer solchen Situation ist es eine wunderbare Nachricht, dass wir nicht alleine sind und uns die Aktion Mensch unterstützt“, so Uta Wehde, Geschäftsführerin des Vereins ambulante Dienste e.V.

 

Problematische Situation bei Tafeln 

„Unsere 60.000 Ehrenamtlichen sind zu einem Großteil im Rentenalter. Schon in der letzten Woche hatten die Tafeln viele Neuanmeldungen, doch aktuell stehen wir vor der Herausforderung, unsere 1,65 Millionen Besucher mit Lebensmitteln zu unterstützen, ohne direkten Kontakt zu haben und unsere Ehrenamtlichen zu schützen. Wir sind dankbar, dass die Aktion Mensch uns dabei unterstützt“, so Jochen Brühl, Vorsitzender Tafel Deutschland e.V.

 

Lebensmittel für Menschen in Not

Bernd Siggelkow, Gründer und Vorstand der Arche, ist ebenfalls mit einer völlig neuen Situation konfrontiert. Aufgrund der Corona-Krise können die Menschen nicht mehr vor Ort in den Archen versorgt werden. „Da wir die Familien jetzt einzeln zuhause besuchen müssen, um sie mit Mahlzeiten und Lebensmitteln zu versorgen – zurzeit 200 allein in Berlin – ist der Arbeitsaufwand extrem gestiegen. Unsere Mitarbeiter*innen machen viele Überstunden, um alle Menschen zu erreichen. Und es werden immer mehr Familien, die Hilfe benötigen. Wir gehen in der nächsten Zeit von einer Verdoppelung des Bedarfs aus. Daher sind wir sehr froh über die Soforthilfe der Aktion Mensch.“

 

Unterstützung von bis zu 50.000 Euro möglich

Förderung beantragen können freie gemeinnützige Vereine und Einrichtungen in Deutschland. Sie erhalten bis zu 50.000 Euro für Personal-, Honorar- und Sachkosten. Ambulante Assistenzdienste werden bei der Koordination und Organisation und bei der Gewinnung von Betreuungs- und Assistenzkräften unterstützt, Organisationen wie die Tafeln und Archen bei der Lebensmittelbeschaffung, dem Aufbau von Lieferdiensten sowie der Rekrutierung neuer Unterstützer*innen und Helfer*innen. Die Gelder können bei der Aktion Mensch ab dem 25. März 2020 beantragt werden. 

Alle Informationen zur Corona-Soforthilfe finden Sie unter: https://www.aktion-mensch.de/corona

Interviewangebote: 

  • Petra Strack kann sehr anschaulich schildern, wie wichtig Assistenzkräfte für Menschen mit Behinderung sind: Sie ist persönlich und beruflich von der aktuellen Ausnahmesituation betroffen. Die Personalmanagerin lebt seit 2003 mit persönlicher Assistenz und gründete vor vier Jahren den bundesweiten Assistenzdienst Deine AssistenzWelt (deine-assistenzwelt.de).
  • Der 24-jährige Joel Rombey kommt aus Aachen und studiert Psychologie. Er ist Tetraplegiker, eine Form der Querschnittslähmung. Er hat neben der Angst um die eigene Gesundheit – seine Atemfunktion ist stark eingeschränkt – auch die Sorge, dass seine Versorgung durch Assistent*innen und Pfleger*innen durch die steigende Infektionsrate nicht gesichert ist.

In unserem Pressezentrum finden Sie zudem ein Interview zur Corona-Soforthilfe der Aktion Mensch mit Christina Marx unterhalb dieser Pressemitteilung.

Hinweis: Die Förderung der Aktion Mensch erfolgt in enger Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern, den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege und dem ZDF, sowie den Verbänden der Behindertenhilfe und Selbsthilfe. Gezielte Beratung bietet der jeweils zuständige Bundes- bzw. Spitzenverband.


Stellungnahme DBSV zum Referentenentwurf eines Gesetzes zum Schutz elektronischer Patientendaten

Das formulierte Gesetzesziel „die Möglichkeiten und Vorteile der elektronischen Patientenakte für alle Versicherten nutzbar zu machen“ ist mit dem vorliegenden Entwurf nicht erreichbar, weil das Gesetz behinderte Menschen faktisch ausschließt. Das stellt eine ungerechtfertigte Benachteiligung behinderter Menschen dar


BFS Ratgeber für sehbehinderte Menschen

In Kooperation mit dem Landesverband  NRW e. V. hat der BFSBundesverband seine Infobroschüre, den „Ratgeber für Sehbehinderte“ neu erstellt. Die Broschüre im handlichen DIN A5 Format ist nun insgesamt 56 Seiten dick  und informiert umfassend zu den wichtigsten Bereichen zum Thema Sehbehinderung. Gegliedert ist sie in zwei Bereiche: Der erste Teil stellt die Organisation „Bund zur Förderung Sehbehinderter“ und deren Angebote mit dem jeweiligen Ansprechpartnern vor, ergänzt durch allgemeine Infos zum Thema Sehbehinderung.

Ein separater Adressteil in der Heftmitte erspart langes Suchen. Rasch und übersichtlich findet man dort die Kontaktdaten der  BFS-Geschäfts- bzw. Beratungsstelle und  der jeweiligen BFS Untergliederung. Der zweite Teil beschäftigt sich mit  rechtlichen Themen wie Kennzeichnungspflicht, Schwerbehindertenausweis, Nachteilsausgleichen und Blinden-  bzw. Sehbehindertengeld.  Ausführliche Infos zu Hilfsmitteln bilden  einen weiteren Schwerpunkt sowie ein Artikel zu Lesen mit Sehbehinderung.  Zahlreiche Fotos ergänzen diesen Informationsteil.  Anzeigen von Firmen aus dem Sehbehinderten- und Blindenbereich helfen den interessierten Leserinnen und Lesern, gleich den richtigen Ansprechpartner zu finden.


BFS Broschüre: Lebens-Praktische-Fähigkeiten (LPF)

Ein Ratgeber nicht nur für sehbehinderte Menschen - Tipps und Tricks für den Alltag


Die BFS-Ratgeber für sehbehinderte Mensche per Post bestellen

Allen Interessierten senden wir die Info gerne per Post zu:

Bund zur Förderung Sehbehinderter e.V.
Graf-Adolf-Str. 69
40210 Düsseldorf
Tel.: 02 11 / 69 50 97 37
Fax: 02 11 / 69 50 90 11
email: infobfs-evde